Reden vor Publikum ist wahrlich nicht Jedermanns Sache. Ich selbst habe es in meiner Jugend ständig zu vermeiden versucht. Referate in der Schule? Bitte nicht! Präsentationen von Gruppenarbeiten auf der Uni? Das kann doch wer anderer aus der Gruppe übernehmen! Viele von uns scheuen davor zurück, sich nach vorne zu stellen, weil wir uns unwohl dabei fühlen, vor mehreren Leuten zu präsentieren. Wir schieben uns damit immer selbst in die zweite Reihe. Daran ist per se nichts Schlechtes. Man muss sich dann aber eben auch damit zufrieden geben, dass im Zweifelsfall andere die Lorbeeren der eigenen Arbeit ernten und andere bei Jobentscheidungen, Gehaltserhöhungen oder Boni den Vorzug bekommen. Das muss aber nicht sein. Denn das Sprechen vor Publikum, sich und seine Arbeit überzeugend zu präsentieren, ist keine Raketenwissenschaft. Es bedarf einfach Übung.

„Stellen wir uns nicht selbst in die zweite Reihe – nur, weil Sprechen vor Publikum ein wenig Überwindung kostet.“

Elisabeth Eidenberger

Eines der wichtigsten Vehikel dabei ist unsere Stimme. Und gerade die leidet, wenn wir nervös sind. Wir bekommen den sprichwörtlichen Frosch nicht aus dem Hals, hüsteln und räuspern uns. Unsere Stimme wird plötzlich ganz dünn und hoch oder klingt gepresst. Sie wackelt. Und wir wackeln mit.

Deshalb der wichtigste, wenn auch banale Tipp: Atme! Ein. Aus. Ein. Aus. Und das in den Bauchraum.

Warum das Ganze? Bei der Bauchatmung werden die Organe entgegen der Brustatmung nach unten geschoben, das Lungenvolumen wird also größer. Wir kriegen besser Luft. Und wer mehr Luft in der Lunge hat, kann auch besser sprechen und auch länger am Stück.* Zudem wirkt die Bauchatmung entspannend und blutdrucksenkend. Und wer kann bei Aufregung vor Publikum nicht etwas Entspannendes brauchen? Eben!

„Atme! Mit mehr Luft in der Lunge kann man besser sprechen und länger am Stück.“

Elisabeth Eidenberger

Versuche es einfach mal im Liegen: Lege die Hände auf den Bauch und atme tief ein und aus. Bewegen sich deine Hände? Dann bist richtig in der Bauchatmung. Bewegt sich vor allem dein Brustkorb? Dann versuche es nochmal und übe, bewusst in den Bauch zu atmen.

Das heißt also: Probier es aus! Vor der nächsten Präsentation: Atme einige Male tief ein und aus in den Bauchraum. Das beruhigt dich und holt dich runter – und deine Stimme auch.


*Bonus-Tipp: Mehr Luft in der Lunge heißt auch mehr Sauerstoff fürs Gehirn – so kann man konzentrierter Sprechen und vor allem eines vermeiden: ein Blackout!

Kategorien: Stimme

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