So locker und abgebrüht kann man gar nicht sein, dass kurz vor einem Bühnenauftritt oder einer Präsentation nicht doch plötzlich der Puls nach oben schießt und wir nervös werden. Nervosität ist etwas, mit dem viele Menschen so gar nicht klar kommen. Ich sage: Umarmt sie! Was gibt es denn Schöneres als sich selbst mal so richtig zu spüren? Den Puls richtiggehend in den Ohren zu hören. Die Hände zu spüren, wie sie schweißnass oder zitternd zum Mikrofon oder den vorbereiteten Kärtchen greifen. Das Rauschen im Kopf zu hören, das uns sagt: oh oh, Blackout-Alarm!

„Akzeptiere die Tatsache: Ja, ich bin nervös.“

Elisabeth Eidenberger

Die Akzeptanz der Tatsache „ja, ich bin nervös“ ist schon der erste Schritt, wie man sich nicht von ihr hemmen lässt. Aber was passiert eigentlich, wenn wir „nervös“ sind? Sobald du dich angespannt, nervös oder überfordert fühlst, setzt du eine Stressreaktion in Gang, die wiederum zu einer vermehrten Ausschüttung von Cortisol, unseres Stresshormons, in der Nebenniere führt. Das bewirkt, dass eine Kampf- oder Fluchtreaktion eingeleitet wird, also zum Beispiel die Muskeln vermehrt mit Energie versorgt werden – das Gehirn hingegen weniger. Deshalb haben wir oft das Gefühl der gähnenden Leere im Kopf, wenn die Nervosität überhand nimmt.

Was kann ich also tun?

  • Du kannst zum Beispiel mit einigen Lebensmitteln deinen Cortisolspiegel gezielt senken. Iss langsam eine Banane oder knabbere ein paar Cashew-Nüsse. Dazu am besten stilles Wasser gegen einen trockenen Mund trinken – aber bitte in kleinen Schlucken und nicht zu viel unmittelbar vor dem Auftritt! Nicht, dass du plötzlich den Drang verspürst, auf die Toilette zu müssen…

„Bananen und Cashew-Nüsse sind deine Freunde!“

Elisabeth Eidenberger
  • Atmen: Wie in diesem Blogpost beschrieben, hilft die Bauchatmung ungemein gegen Nervosität. Wer’s verpasst hat, einfach dort nochmal direkt nachlesen!
  • Wenn deine Hände anfangen zu zittern, hilft eine gute Vorbereitung. Abgesehen vom Inhalt wäre dies zum Beispiel: Nimm dir deine Notizen auf Moderationskärtchen aus stärkerem Papier mit statt auf einem normalen Blatt Papier. Warum? Normales Papier raschelt, wenn du zu sehr zitterst. Zudem kannst du dich an den Kärtchen richtig gut „festhalten“.
  • Bewegung: Wenn du die Möglichkeit hast, gehe kurz vorher noch eine Runde spazieren. Auch das baut die Stresshormone ab und du bekommst zusätzlich noch einen schönen Sauerstoffschub fürs Gehirn.

Viel Spaß!

Kategorien: Sprechtraining

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.